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Nachrichten aus Prag: Immer mehr HIV-Ansteckungen

Männliche Prostitution: ein Tabuthema, das dem Bild einer Stadt schaden kann – und das auch Prag betrifft. Deshalb versucht der Magistrat seit Jahren, die Anschaffenden von den für Touristen zugänglichen Orten zu verdrängen. Die HIV Neuansteckung erreicht Höchstraten…

Männliche Prostitution: Tabuthema in Prag

Der Regisseur Houchang Allahyari will in einem neuen Filmprojekt zeigen, welche sozialen Abgründe sich teilweise hinter der glitzernden Fassade von Moldau und Prager Burg befinden. Im Mittelpunkt seines neuen Dokumentarfilms steht dabei das Streetwork-Projekt Šance (Chance), das sich an männliche Prostituierte wendet.

Prachtvolle Bauten und eine große Historie: Ohne Zweifel, Prag ist ein Touristenmagnet. In Reiseführern stellt sich die Hauptstadt gerne als eine moderne und vor allem auch saubere Großstadt dar. Faktoren, die dieses Antlitz trüben könnten, sind dem Stadtmarketing dementsprechend ein Dorn im Auge. Dazu zählen auch jene Männer, die ihr tägliches Brot einst um den Prager Hauptbahnhof eintrieben. Wurde einst geduldet, dass sie in leerstehenden Wagons schlafen konnten, müssen sie heute meist ohne jegliche Unterkunft auskommen und ihr Geschäft mit einer internationalen Kundschaft im Verborgenen abwickeln. Die Rede ist von männlicher Prostitution. Trotz der Vorkehrungen von offizieller Seite bleibt sie in Prag ein großes Geschäft. Gerade der Versuch, dieses Problem zu vertuschen und vor der Öffentlichkeit zu verbergen, hat den Regisseur Houchang Allahyari dazu angeregt, über dieses Thema einen Dokumentarfilm zu drehen. Dabei sieht er Prag als Beispiel für die Situation in der gesamten EU.

„Es wird versucht, zumindest oberflächlich alles in Ordnung zu bringen. Nehmen sie das Beispiel des Hauptbahnhofes hier: Die Kinder haben hier gelebt und geschlafen, in der Nacht konnten sie zumindest auch in Waggons wohnen oder wenigstens übernachten – das alles ist jetzt polizeilich verboten. Das heißt, oberflächlich sieht alles schön sauber aus. Kein Mensch traut sich mehr, seine „Geschäfte“ öffentlich zu abzuwickeln. Im Hintergrund ist aber alles so geblieben, wie es war, wenn es nicht sogar noch schlimmer geworden ist. Die Leute haben teilweise gar nichts mehr, dazu kommen Drogen und Erkrankungen wie Aids.“… weiter hier…

Trauriger Rekord: Prag meldet höchste HIV-Ansteckung seit 1985

Das nationale tschechische Referenzlabor für HIV/Aids hat vergangene Woche die neuesten Zahlen vorgestellt. Demnach haben sich in den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres mehr Menschen angesteckt als im bisherigen Rekordjahr 2010.

In der Tschechischen Republik sind in den vergangenen neun Monaten 165 neue HIV-Erkrankungen gemeldet worden. Das sind bereits jetzt 12 Personen mehr als im gesamten vergangenen Jahr. An der Krankheit AIDS sind in diesem Jahr bisher 16 Menschen gestorben. Seit Beginn der offiziellen Zählung in der Tschechischen Republik 1985 haben sich insgesamt 1840 Personen mit HIV infiziert, bei 360 ist die Krankheit AIDS ausgebrochen und 186 sind dran gestorben.

Die Anzahl der Erkrankungen steigt seit etwa zehn Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2002 wurden 50 infizierte Personen gezählt, fünf Jahre später waren es bereits 121. Vertreter von Vereinen und Mediziner glauben, der Anstieg gehe auf die zunehmend erfolgreicheren Medikamente gegen die Immunschwächeerkrankung zurück. Durch die Fortschritte bei der Entwicklung führt HIV nicht mehr zwingend zum Ausbruch der Krankheit und AIDS-Patienten leben länger und können ein qualitativeres Leben führen. Daher würden sie häufiger aufhören, sich beim Sex zu schützen. Etwa 87 Prozent der Neuinfektionen geschieht beim Geschlechtsverkehr… weiter hier…

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