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Frankreich: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit für alle

Das französische Parlament hat am Dienstag das umstrittene Gesetz zur Homo-Ehe verabschiedet. Dagegen demonstrierten am Abend erneut mehrere tausend Menschen. Die Regierung hat den erbitterten Protest mit ihrem intransparenten Regierungsstil geschürt, meinen einige Kommentatoren. Andere fordern die Gegner auf, die von der Mehrheit befürwortete Homo-Ehe als Minderheitenrecht zu akzeptieren…

Ouest-France – Frankreich
Hollande provozierte die Proteste

Frankreichs Regierung ist unverantwortlich mit dem Thema der gleichgeschlechtlichen Ehe umgegangen und hat deshalb die Proteste provoziert, glaubt die Regionalzeitung Ouest France:
„Neben der Todesstrafe, der Abtreibung und der eingetragenen Partnerschaft [die Homo- und Heterosexuelle nutzen können] gehört die gleichgeschlechtliche Ehe zu den symbolischen Gesetzesvorhaben, die die Grundlagen der Gesellschaft erschüttern. … Es ist stimmt nicht, dass François Hollande seine Absichten verborgen hat, wie es seine Gegner behaupten: Das Recht auf Ehe und Adoption für homosexuelle Paare stand in seinem Wahlprogramm (Vorschlag Nummer 31).
Aber eine implizite Zustimmung durch den Wahlsieg oder auch eine explizite in den Umfragen reicht nicht aus, um aus einem Versprechen gleich ein Faktum werden zu lassen. Die Wahlsieger haben Fehler gemacht und damit die Straßen gefüllt: Sie haben sich nicht deutlich genug zum Ausmaß des Projekts geäußert und so den Eindruck erweckt, dass sie zögern oder gar bestimmte Punkte geheim halten.“ (24.04.2013)

französisch

El País – Spanien
„Ehe für alle“ bedroht traditionelle Familie nicht

Die Gegner der Homo-Ehe sollten sich nun beruhigen und auf die Entwicklung im Nachbarland Spanien schauen, rät die linksliberale Tageszeitung El País:
„Die Ehe zwischen Homosexuellen ist hier ruhig aufgenommen worden. Das einzige Problem war die Rechtsunsicherheit der fast 22.500 homosexuellen Paare, die zwischen Mitte 2005, als das von Rodríguez Zapatero initiierte Gesetz verabschiedet wurde, und Ende 2012, als das Verfassungsgericht die von der Partido Popular eingereichte Klage gegen das Gesetz ablehnte, heirateten.
Auch die französische Rechte kündigte eine Klage an, aber das Verfassungsgericht des Landes hat für die Entscheidung nur eine Frist von einem Monat. Religion und Politik sollten endlich einsehen, dass die Lebensgemeinschaft zwischen Personen desselben Geschlechts keine Bedrohung für andere Familienformen ist. Und dass in einer Demokratie Minderheiten dieselben Rechte haben wie die Mehrheit.“ (24.04.2013)

spanisch

eldiario.es – Spanien
Kritik an Homo-Ehe bald völlig lachhaft

nov 2012 – Das spanische Verfassungsgericht hat am Dienstag bestätigt, dass die in Spanien seit sieben Jahren gültige gleichgeschlechtliche Ehe rechtens ist. Die Argumente der Kritiker der Homo-Ehe werden der Nachwelt bald lächerlich erscheinen, spottet Ignacio Escolar in seinem Blog bei der linken Online-Zeitung eldiario.es: „Die Zeit wird kommen – ja sie bricht bereits an -, in der die Aussagen der homophoben Kritiker gegen die Schwulenehe einfach nur ranzig, lächerlich, dumm und antiquiert klingen werden. So wie uns jetzt die Sprüche vorkommen, die wir vor Jahrzehnten hörten, als es um die Legalisierung der Scheidung, den Verkauf von Verhütungsmitteln, die standesamtliche Trauung oder um die Religionsfreiheit ging. … Homosexuellen Paaren die Ehe zu verweigern, weil ‚matrimonio‘ [spanisch für Ehe] von ‚madre‘ [Mutter] kommt, die es bei schwulen Partnern nicht gebe, ist so absurd, wie wenn man es Frauen verweigern würde, ein Bankkonto zu eröffnen, weil sich ‚patrimonio‘ [Besitz] von ‚padre‘ [Vater] herleitet.“

spanisch

Tages-Anzeiger – Schweiz
Frankreichs Rechte formiert sich

Die Debatte um die Homo-Ehe hat zu einer Art Allianz rechter Parteien geführt, beobachtet der Tages-Anzeiger:
„Die Oppositionspartei Union pour un Mouvement Populaire (UMP) fürchtete wohl, sonst noch mehr Wähler an Marine Le Pen zu verlieren. Und so marschierten Politiker der UMP und des [rechtsradikalen] FN Seite an Seite. Es mutete wie die Hauptprobe einer künftigen Allianz an, auch wenn es alle bestreiten. …
Den beiden Parteien könnte bald neue Konkurrenz erwachsen: Kraft ihres Mobilisierungspotenzials möchte auch [Satirikerin] Frigide Barjot eine Partei gründen, … in der sie jene Wähler sammeln will, die von der parlamentarischen Politik enttäuscht sind. … Wenn man Barjot in den letzten Wochen beobachtete, wie sie nahe am Nervenzusammenbruch navigierte und zuweilen auch einfach vor den Kameras heulte, wünscht man Frankreich nun vor allem eine schnelle Abkühlung.“ (24.04.2013)

Tages-Anzeiger

Süddeutsche Zeitung – Deutschland
Gegner der Homo-Ehe sind demokratiefeindlich

Die Gegner der nun beschlossenen Homo-Ehe gefährden die Demokratie, konstatiert die linksliberale Süddeutsche Zeitung: „Hollande hat im Wahlkampf die Homo-Ehe klar versprochen. Eine Mehrheit der Franzosen hat ihn gewählt. … Das sollten die Gegner des Gesetzes akzeptieren. … Stattdessen versuchen einige Organisatoren der Proteste, die parlamentarische Opposition und deren Parteien durch die Wut vieler Bürger auf den Straßen und im Internet zu ersetzen.
Längst geht es ihnen nicht mehr nur um die Homo-Ehe, sondern um die Delegitimierung von Präsident und Parlament. Sie berufen sich auf 1968, auf Mahatma Gandhi oder die amerikanische Tea Party, um die repräsentative Demokratie herauszufordern. … Protestbewegungen können verkrustete Strukturen aufbrechen und Politiker zwingen, auf die Bürger zu hören. Sie können aber auch ins Fundamentalistische ausarten. Dann gefährden sie die repräsentativen Demokratien, mit denen die Europäer gut gefahren sind.“
(24.04.2013)

1 comment to Frankreich: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit für alle

  • Justice

    Wann endlich begreifen die Leute, dass das Wort „christlich“ im Parteikürzel der „CDU, CSU“ die größte Lüge ist, die jemals durch Gehirnwäsche und Massenmanipulation dazu führte, dass sich das „eindeutig“ klerikalfaschistische Netzwerk der „deutschen Christen“, die bekanntlich nie welche waren, wieder neu zu formieren. Diese Leute sind das absolute Gegenteil von Christen, denn ein Hauptsatz bei einem „echtem“ Christ ist die „Nächstenliebe“, und nicht das Schüren von Hass. Man brauch sich bloß das „klerikalfaschistische Netzwerk“ mal genau ansehen. Was sind das für Leute ? Papst Pius, der Kollege von Adolf Hitler und Mussolini, die Rattenlinien, Ex-Nationalasozialisten der Schwerverbrecher Kategorie, ein Netz von Millionen von Schwerverbrechern der NS-Industrie. Vichy Kollaborateure. .

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