LSVD – Kampagne gegen Hass-Sänger Buju Banton trägt erste Früchte…Mitte August veröffentlichte der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) eine Pressemitteilung, in der Philipp Braun, Sprecher des LSVD, darauf hinwies, dass der jamaikanische Dancehallsänger Buju Banton einige Konzerte in Deutschland und Europa, darunter bei den olympischen Spielen in Athen, plant.
Der LSVD war und ist verständlicherweise entsetzt über diese Tatsache, ruft Banton doch in einem seiner Songs (“Boom Bye Bye”) öffentlich dazu auf, Homosexuelle durch Brandanschläge, Kopfschuss oder Säureattentate zu ermorden. Dieser Song ist zwar schon etliche Jahre alt, Banton jedoch hat sich bis heute weder von ihm noch von seinem Inhalt distanziert und spielt ihn nach wie vor auf seinen Konzerten.
Doch damit leider noch nicht genug. Laut BBC England und dem Guardian hat es Banton nicht bei seinen musikalischen Hasstiraden gegenüber Schwulen belassen, sondern diesen im Juli 2004 persönlich durch die Beteiligung an einem schwulenfeindlichen Übergriff in Jamaika Ausdruck verliehen. Der LSVD forderte den Veranstalter von Buju Bantons Deutschland-Tournee (Revelation Concerts Hamm) und die jeweiligen Mitveranstalter dazu auf, Banton auszuladen und die Konzerte abzusagen. Da dies wahrscheinlich aus vertraglichen Gründen nicht ohne Weiteres möglich sein dürfte, verlangt der LSVD, dass sich die Veranstalter zumindest deutlich von den Liedinhalten des Sängers distanzieren und dafür Sorge tragen, dass Banton keine seiner schwulenfeindlichen Songs performt. Darüber hinaus wies der LSVD eindringlich darauf hin, dass die Veranstalter strafrechtlich dafür haftbar gemacht werden können, sollte der Tatbestand der Volksverhetzung bei den Auftritten von Banton gegeben sein.
Buju Banton ist jedoch keine Ausnahme oder gar ein Einzelfall, denn gerade einige der jüngeren und durchaus erfolgreichen Dancehall-Bands aus Jamaika sind für ihre musikalischen Aufforderungen zu Mord und Totschlag an Homosexuellen bekannt und leider auch berühmt. Es ist schon erschreckend, dass die Organisatoren und Besucher der diversen Reggae-Festivals in Deutschland diese homophoben Texte und Aktionen ohne weiteres hinnehmen und dazu sogar noch applaudieren. Wir fragen uns ernsthaft, wie man bei einem dieser Konzerte Sängern zujubeln kann, die ganz unverhohlen die Ermordung von Schwulen fordern! Da stellt sich uns doch die Frage, ob die Menschen hierzulande überhaupt VERSTEHEN, was da gesungen wird. Darüber hinaus sorgen diese musikalischen Hasspredigten dafür, dass sich die ohnehin schon missliche Menschenrechtssituation für Homosexuelle in Jamaika weiterhin verschärft.
Laut diversen Menschenrechtsorganisationen wurden innerhalb der vergangenen sieben Jahre rund 30 Männer wegen ihrer nicht akzeptierten sexuellen Orientierung in Jamaika ermordet. Die Strafgesetze Jamaikas, die aus dem 19. Jahrhundert stammen, sprechen sich zudem nach wie vor gegen einvernehmlich homosexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen aus und fördern damit keineswegs die Toleranz und/ oder Akzeptanz der Gays in ihrem Land.
Die LSVD-Kampagne “Keine Hatesongs in Deutschland” scheint erste Früchte zu tragen, denn inzwischen haben Darmstadt, Saarbrücken und Hamburg Buju Banton ausgeladen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Veranstalter der übrigen Konzerte in Übersee/ Chiemsee, Hamm, Bremen und Berlin ebenfalls erkennen, wie wichtig die Boykottierung eines Sängers wie Buju Banton ist und ihrerseits Konsequenzen ziehen. Ein weiterer Erfolg ist die Tatsache, dass sich die Firma PUMA, Sponsor des Banton Konzertes in Athen, offiziell dazu ausgesprochen hat, keine Hasspredigten zu dulden und Buju Banton explizit darauf hingewiesen wurde, dass die Firma konsequent eine Nulltoleranz-Politik gegenüber Minderheitenfeindlichkeiten betreibe und PUMA deshalb die Zusammenarbeit sofort beenden wird, sollte der Sänger gegen diesen Grundsatz verstoßen und irgendwo (nicht nur in Athen, sondern weltweit) “Boom Bye Bye” oder andere schwulenfeindlich Songs singen.
Die Ausladungen der Veranstalter sowie das Handeln von PUMA sind ein erster Schritt bei der Sensibilisierung jamaikanischer Dancehall-Gruppen und helfen gegen den Hass und die Diskriminierungen gegenüber Homosexuellen anzugehen. Einen weiteren Schritt hat der LSVD selbst unternommen, indem er die Staatsanwaltschaft in Traunstein über Buju Bantons geplanten Auftritt und seine Hass-Aktionen ausführlich informiert und die Forderung gestellt hat, den Musiker zu den diversen Vorwürfen zu befragen und dafür zu sorgen, dass Banton auf keiner Bühne die Songs interpretiert, die den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllen. Bleibt abzuwarten, ob und was sich in Zukunft in Bezug auf Buju Banton und seine Musikerkollegen in Deutschland und der Welt tut.
http://www.gaypeople.de/news/index.php?arti=399

Ich verstehe sehr wohl was die Künstler singen & unterstütze diese!!!
Außerdem was bring es ein Konzert zu verbieten, wenn seine Musik unzensiert jeden tag in nachtclubs gespielt wird…
Die Schwulen & Lesben fordern immer Toleranz aber wenn es darum geht zu tolerieren das nicht jeder Homosexualität toll findet gibt es stress.
Jedem das seine; ich finde schwule doof, rauche gerne Gras & höre Raggae Dancehall Musik…
Die Jamaikanischen Artist werden immer nur negativ dargestellt, dass sie aber vor Ort in den Townships von Jamaika, alles durch Ihre Musik erwirtschaftetes Geld, in die Förderung der Ghetto Youth geht, wird mit keiner Silbe erwähnt.
Das viele friedliche & sehr familiäre menschen sind, die in ihrer Heimat sehr geschätzt werden. Ich war gestern am 07.06.2009 bei Buju Banton in der Columbia Halle in Berlin, es waren definitiv mehr Polizisten als Fans anwesend. Die Fans waren alle samt friedlich & wollten nur spaß haben & wurden massiv durch die Polizei behindert. Finde das nicht korrekt, passiert jeden tag so viel scheisse, aber jetzt die Raggae Musik zu kriminalisieren, geht mir echt zu weit.
Da sollte lieber der CSD verboten werden, wo in der Öffentlichkeit gefickt & geblasen wird, kann ich auch nicht tolerieren. Ich werde nächstes Jahr persönlich da hingehen, alle fickenden schwulen fotografieren & dann damit an die Öffentlichkeit gehen, dass wird die breite masse genau so scheisse finden, wie einen Jamaikaner der keine schwulen mag.
alter was geht denn bei dir`?
ich höre auch reggae dancehall und isbesondere auch gerne die kritischen artists buju / sizzla / capleton… habse alle auch schon live gesehen aber mordaufrufe gehn ma nicht klar
und die proteste der verbände sind verständlich, wenn auch nicht immer prickelnd für uns fans und mMn auch kontraproduktiv für die verbände insbesondere bei konzertabsagen.
ausserdem sind homosexuelle bürger genauso wie alle anderen überdenke mal deine klischee-vorstellungen